Spuren, die bleiben. Bildung, die wirkt. 

Wie die SOZAK seit 75 Lehrgängen Wissen, Solidarität und Mitbestimmung verbindet 

Seit ihrer Gründung bildet die Sozialakademie der Arbeiterkammer, kurz SOZAK, Menschen für eine starke Interessenvertretung aus. Anlässlich von 75 Lehrgängen zeigt eine Festschrift, wie sich die gewerkschaftliche Bildung verändert hat und warum Wissen, Solidarität und praktische Durchsetzungsfähigkeit auch in Zukunft zusammengehören.  

Was ist die SOZAK?
SOZAK steht für Sozialakademie. Sie wurde 1949 gegründet und ist ein zentraler Ort gewerkschaftlicher und demokratischer Bildung. Hier werden Menschen darauf vorbereitet, Arbeitnehmer:innenrechte zu verteidigen, Mitbestimmung zu gestalten und solidarische Stärke zu organisieren.

Bildung im Wandel

Gesellschaftliche, politische und technologische Veränderungen stellen die Interessenvertretung immer wieder vor neue Herausforderungen. Die SOZAK hat ihre Bildungsarbeit deshalb laufend weiterentwickelt. Die Festschrift zeichnet insbesondere den Wandel seit der Jahrtausendwende nach: von klassischen Unterrichtsfächern hin zu Projektarbeit, Praxisfall und Europapraktikum. Geblieben ist der Anspruch, Wissen mit demokratischer Haltung und praktischer Durchsetzungsfähigkeit zu verbinden.

Wie eng Wissen und Handlungsfähigkeit dabei zusammengehören, bringt Luise Wernisch-Liebich, Co-Leiterin der SOZAK, auf den Punkt:

„Man bekommt hier nicht einfach ein Bündel an Fachwissen, sondern die Grundlage, um interessenpolitisch handeln zu können. Also: Arbeitsrecht verstehen, Arbeitsverfassung anwenden, Menschen im Betrieb organisieren, wirtschaftliche Zusammenhänge durchschauen und daraus gewerkschaftliche Schlüsse ziehen.“
Luise Wernisch-Liebich
Co-Leiterin der SOZAK

Lernen für die Praxis

Erfolgreiche Interessenvertretung braucht heute mehr als Fachwissen. Gefragt sind auch strategisches Denken, Kommunikationsstärke, Konfliktfähigkeit und internationale Perspektiven. Die SOZAK verbindet diese Kompetenzen und bereitet ihre Teilnehmer:innen darauf vor, in Betrieben und Organisationen Verantwortung zu übernehmen.  

Die Entwicklung des Curriculums zeigt, wie die Ausbildung immer stärker mit der Praxis verknüpft wurde. Projektarbeiten, die Auseinandersetzung mit konkreten Praxisfällen und das Europapraktikum ergänzen die fachlichen Grundlagen. Wissen wird dadurch nicht nur vermittelt, sondern unmittelbar mit den Herausforderungen gewerkschaftlicher Arbeit verbunden. 

Dass diese Vorbereitung einen hohen Anspruch hat, betont Dina Affenzeller-Greif: 
„Eine Ausbildung wie die SOZAK muss fordernd sein, weil die Realität, auf die sie vorbereitet, ebenfalls fordernd ist.“
Dina Affenzeller-Greif
Abteilungsleiterin Weiterbildung für Arbeitnehmervertreter:innen der AK Wien

Von Wissen zu interessenpolitischem Handeln 

Arbeitsrecht verstehen, die Arbeitsverfassung anwenden, Menschen im Betrieb organisieren und wirtschaftliche Zusammenhänge einordnen: Gewerkschaftliche Bildung schafft die Grundlage dafür, aus Wissen gemeinsames Handeln zu entwickeln. Genau darin liegt die Bedeutung der SOZAK für Betriebsrät:innen, Gewerkschaften, Arbeiterkammern und alle, die Arbeitnehmer:inneninteressen vertreten. Sie stärkt Menschen, die Interessen nicht nur erkennen und benennen, sondern gemeinsam mit anderen wirksam vertreten wollen. Damit leistet die SOZAK einen Beitrag zur gewerkschaftlichen Handlungsfähigkeit in der Gegenwart und in der Zukunft. 

Spuren, die bleiben. Bildung, die wirkt.
75 Lehrgänge SOZAK
von Michael Mazohl

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75 Lehrgänge, ein gemeinsamer Auftrag 

75 Lehrgänge stehen für Erfahrungen, Entwicklungen und persönliche Spuren. Sie zeigen zugleich, dass gewerkschaftliche Bildung nie abgeschlossen ist. Neue Arbeitsformen, technologische Veränderungen und internationale Zusammenhänge stellen die Interessenvertretung immer wieder vor neue Aufgaben. Die Antworten darauf müssen weiterentwickelt werden, ohne das gemeinsame Ziel aus den Augen zu verlieren. 

„Diese Festschrift verbindet historische Entwicklung mit persönlichen Erfahrungen und der Frage, welche Bildung eine starke Interessenvertretung heute braucht. Damit ist sie nicht nur ein Rückblick auf 75 Lehrgänge, sondern zugleich ein Beitrag zur Zukunft der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit.“
Marga Achberger
Publikationsverantwortliche & Lektorin

Die Festschrift macht diese Entwicklung sichtbar – nicht nur in Texten, sondern auch anhand zahlreicher Fotos, Grafiken und historischer Bildmaterialien. Sie verbindet den Blick zurück mit der Frage, welche Bildung eine starke Arbeitnehmer:innenvertretung künftig braucht. Der zentrale Gedanke bleibt dabei klar: Starke Interessenvertretung entsteht dort, wo Wissen, Solidarität, demokratische Haltung und praktische Durchsetzungsfähigkeit zusammenkommen. 

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