topimage
ÖGB Verlag
Home
Verlag des ÖGB

Österreich - kein Weihnachtsmärchen

Armutsbekämpfung: Mythen, Fakten, Lösungen

Podiumsdiskussion & Benefizveranstaltung am 9. Dezember 2009. Mit VIDEO.

"Österreich - Kein Weihnachtsmärchen" - unter diesem Titel diskutierten ÖGB, Armutskonferenz und AK Wien am Mittwoch Abend Mythen und Fakten zum Thema Armut und skizzierten gemeinsam Wege zu einer fairen Verteilung des Wohlstands im Land.

Wie sieht es tatsächlich mit der Armut in Österreich aus, wer ist besonders gefährdet? Ist im reichen Österreich wirklich nicht genug für alle da? Wo ist der ganze Reichtum, der uns zu einem der zehn reichsten Länder der Erde macht? Und wer sorgt dafür, dass fair geteilt wird? Diese und weitere Fragen wurden in der ÖGB-Fachbuchhandlung gestern, 9. Dezember, diskutiert. Michaela Moser von der Armutskonferenz wies eingangs darauf hin, dass Armut vielfach nicht sichtbar sei. "Wir kennen die Bilder von armen Menschen in Afrika, aber es gibt auch in Österreich absolute Armut", sagte Moser. "Es muss heute in Österreich niemand mehr erfrieren oder verhungern, aber es gibt viele Menschen, die frieren und die hungern." In einem reichen Land wie Österreich zu leben hätte für Arme enorm viele Nachteile, von den finanziellen abgesehen, nannte Moser weiters fehlende Teilhabe und sogar den Verlust von Freunden, die sich abwenden.

Kaum Fakten über Verteilung von Vermögen

"Wir wissen sehr genau, wer wie arm ist, wir kennen aber kaum Fakten über die Verteilung der Vermögen im Land, da gibt es sehr viele blinde Flecken", sagte Adi Buxbaum, sozialpolitischer Mitarbeiter der AK Wien. Zur Debatte über Transferleistungen stellte der AK-Experte klar, dass man nicht so tun solle, als gebe es Empfänger von Transferleistungen und Nicht-Empfänger: "Im Laufe eines Lebens bekommt jeder Mensche Transferzahlungen, sei es als Kind in Form von Schulbüchern, im Arbeitsleben, bei Krankheit oder Arbeitslosigkeit und in der Pension." Angesichts der Krise stünde Österreich nun vor einer Budgetkonsolidierungsdebatte, "die zentrale Frage wird sein, wie schaffen wir es, Sozialabbau zu verhindern", sagte Buxbaum.

Armut sei zu einem großen Teil ein Frauenthema, sagte Elisabeth Vondrasek, stellvertretende ÖGB-Frauenvorsitzende. "Uns wird es in den kommenden Monaten vor allem um die vielen Frauen gehen, die trotz Arbeit arm sind, die so genannten working poor. Das ist ein weit verbreitetes Phänomen, das umso schlimmer ist, wenn man daran denkt, dass Österreich zu den zehn reichsten Ländern er Erde gehört." Viele Frauen seien in atypischen Beschäftigungsverhältnissen, von Geringfügigkeit bis zu oft unfreiwilliger Teilzeit, so Vondrasek

ArbeitnehmerInnen und Stiftungsbesitzer

Bernhard Achitz, Leitender Sekretär im ÖGB, strich die aktive Rolle des ÖGB in der Armutsbekämpfung hervor: "Wenn es uns weiterhin gelingt, die solidarische Finanzierung des Pensionssystems, die Pflichtversicherung in der Sozialversicherung, die medizinische Grundversorgung und vieles mehr aufrecht zu erhalten, dann tun wir schon sehr viel zur Armutsbekämpfung. Zur Verteilungsdiskussion erteilte Achitz dem Gegen-Einander-Ausspielen von Armen gegen noch Ärmeren eine deutliche Absage: "Es geht nicht um Verteilungsgerechtigkeit zwischen teilzeitbeschäftigten ArbeitnehmerInnen und vollzeitbeschäftigten, es geht um die Verteilung zwischen ArbeitnehmerInnen und Stiftungsbesitzern."

T-Shirt-Verkauf für Projekt "Sichtbar werden"
Bereits am Nachmittag gab es Benefiz-Punsch-Verkauf und den Verkauf von T-Shirts, die die Verteilungsfrage auf ironische Weise stellen. Der Erlös aus dem Verkauf kommt dem Projekt "Sichtbar werden" zugute. Die T-Shirts ("Reiche Eltern für alle!", "Kapitalschmarotzer") sind weiterhin in der Fachbuchhandlung des ÖGB-Verlags erhältlich.

Eine Veranstaltung des ÖGB-Verlags in Kooperation mit ÖGB, VÖGB und AK Wien.

Artikel weiterempfehlen

Bookmark and Share
zur Normensammlung für die betriebliche Praxis - ein web/book
zum KVSystem
zu SARA Online
zum Login der Datenbanksysteme
Ihre Meinung
zum Newsletter
Idee für ein Buchprojekt
Infomaterial anfordern