ÖGB-Solidarität - aktuelle Ausgabe
Die Ausgabe Juni/Juli 2012 der ÖGB-Mitgliederzeitschrift "Solidarität" ist mit den Schwerpunktthemen Arbeitszeiten und Lohn-/Gehaltsverhandlungen in der Metallindustrie online und auf dem Postweg zu den mehr als 1,2 Millionen ÖGB-Mitgliedern. Zum Konflikt in der Metallindustrie - Fachverbände haben angekündigt, die bisherige Verhandlungsgemeinschaft zu verlassen - nimmt Politologe Ferdinand Karlhofer von der Universität Innsbruck im Interview Stellung. "Nach wie vor haben die Abschlüsse der Metaller Leitcharakter für die anderen Branchen. Umso wichtiger ist es, dass gerade in diesem Bereich die KV-Gemeinschaft erhalten bleibt", so Karlhofer. Hinter dem Ausscheren der Fachverbände vermutet Karlhofer eine Retourkutsche: "Im konkreten Fall handelt es sich offenbar um eine Art Retourkutsche einzelner Fachverbände für den in der Tat sehr erfolgreichen KV-Abschluss 2011."
Zweiter thematischer Schwerpunkt der ÖGB-Mitgliederzeitschrift ist die Arbeitszeitdiskussion, ob in Österreich oder Frankreich. "Österreich ist Spitze. Nicht beim Fußball, sondern leider bei der Dauer der Arbeitszeit", sagt PRO-GE-Vorsitzender Rainer Wimmer in seinem Gastkommentar in der "Solidarität": "Seit Ende der 1980er-Jahre ist in Österreich beim Thema Arbeitszeitverkürzung wenig passiert", so Wimmer. Die Produktivität insbesondere in der Sachgütererzeugung sei explodiert, die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft habe sich stark verbessert. Wimmer: "Die Schattenseiten sind offensichtlich: steigender Arbeitsdruck und viele verlorene hochwertige Arbeitsplätze. Mit Arbeitszeitverkürzung kann dieser Trend eingedämmt werden und es können sogar neue Arbeitsplätze geschaffen werden."
Weitere Themen: ein Interview mit dem Sonderberater des Europäischen Gewerkschaftsbundes Andreas Botsch zum Thema Ratingagenturen, ein Lokalaugenschein ein Jahr nach der Arbeitsmarktöffnung im Grenzraum, Nachzahlungen für Lehrlinge.