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Europa am Scheideweg
Marktkonforme Demokratie oder demokratiekonformer Markt?
Am 23. Mai fand in der Fachbuchhandlung des ÖGB-Verlags die Präsentation des Tagungsbandes des XIV. Forum Jägermayrhof mit Podiumsdiskussion statt:
Mag. Sepp Wall-Strasser MAS, Herausgeber, Studium der Theologie und Philosophie, Bereichsleiter für Bildung und Zukunftsfragen des ÖGB OÖ, Geschäftsführer von "weltumspannend arbeiten"
Mag. Oliver Röpke, Leiter des ÖGB-Europabüro in Brüssel, gemeinsam mit Präsident Foglar Vertreter des ÖGB im Vorstand des Europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB), Studium der Rechtswissenschaften in Wien 1990-1996
Lisa Mittendrein, Soziologin, Sozioökonomin und Aktivistin und Vorstandsmitglied Attac Österreich. Sie arbeitet derzeit an ihrer Diplomarbeit zur Entwicklung Solidarischer Ökonomie in Griechenland während der Krise und befasst sich aus sozialer, ökonomischer und politischer Perspektive mit den Folgen von Krise und Austeritätspolitik.
Mag.a Dr.in Eva Angerler, Studium der Geschichte mit Soziologie, Publizistik und Politikwissenschaften, Diss. über Selbstverwaltung und betriebliche Mitbestimmung in Österreich und den Niederlanden, Expertin für Arbeit und Technik in der GPA-djp Wien
Moderation: Katharina Klee, Chefredakteurin "Arbeit&Wirtschaft"
Zum Tagungsband:
Der Ruf nach mehr Wirtschaftsdemokratie, nach einer Renaissance politischer Gestaltungsmöglichkeiten der marktwirtschaftlichen Prozesse, hat unter dem Leidensdruck der mehr als drei Jahrzehnte andauernden Vorherrschaft marktradikalen und neoliberalen Denkens zugenommen. Die aktuelle Finanzmarktkrise lässt diese Auseinandersetzung zunehmend in eine Entscheidung über die Zukunft unserer europäischen Gesellschaften gipfeln.
Zwei entgegengesetzte Perspektiven stehen offen: Entweder wir überlassen die Steuerung unserer politischen Systeme einer autoritären Finanzmarkt-Technokratie, die sich in ihrem Handeln (zunächst noch) auf demokratieentleerte staatliche Institutionen stützt oder wir entscheiden uns für eine radikale demokratische Wende, in der wieder das politisch-demokratische Gemeinwesen darüber entscheidet, welchen Spielregeln die Märkte zu unterliegen haben. Ist es bereits zu spät für eine demokratische Alternative zur endgültigen Unterwerfung unter die Sachzwang-Ideologie der Marktpropheten? Ist Griechenland das soziale Labor für die soziale Zukunft Europas?
Der vorliegende Sammelband beleuchtet sowohl den Weg in diese fundamentale Systemkrise des neoliberalen Marktmodells als auch Markierungspunkte einer demokratischen Überwindung der nur scheinbar ausweglosen Situation.
Mit Beiträgen u.a. von Eva Angerler (Wien), Klaus Dörre (Jena), Wolfgang Hien (Hamburg), Brigitte Kratzwald (Graz), David Mum (Wien), Beat Ringger (Zürich), Oliver Röpke (Brüssel), Helene Schuberth (Wien), Christos Triantafillou (Athen), Sepp Wall-Strasser (Linz), Bernhard Walpen (Luzern)