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Diskussionsveranstaltung "Die Ära Kreisky"
Dkfm. Alfred Reiter
Diskussionsveranstaltung "Die Ära Kreisky"
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Diskussionsveranstaltung "Die Ära Kreisky"

Am 5. Juni in der Fachbuchhandlung

"Die Ära Kreisky" - Hypothek oder Glücksfall...

"Die Ära Kreisky" - Hypothek oder Glücksfall für Österreichs ArbeitnehmerInnen im 21. Jahrhundert?

Die Arbeiterkammer Wien, die Sozialakademie, der Club der Freunde der Sozialakademie und der ÖGB-Verlag luden am Dienstag, 5. Juni 2007, gemeinsam zur Diskussion anläßlich der Buch-Neuerscheinung "Bruno Kreisky - Erinnerungen. Das Vermächtnis des Jahrhundertpolitikers" von Oliver Rathkolb (Hrsg.) in die ÖGB-Fachbuchhandlung in der Wiener Rathausstraße.
 
"Das Beleuchten solcher Themen unter der Schwerpunktsetzung der arbeitnehmerInnen-orientierten Aspekte ist eines der direkten Resultate der vertieften Zusammenarbeit des ÖGB-Verlags mit den Einrichtungen der Arbeiterkammer. So ist uns die Unterstützung der SOZAK-Absolventen - auch über die aktive Zeit der SOZAK-Teilnahme hinaus - ein wesentliches Anliegen. Durch Veranstaltungen wie diese wollen wir die inhaltliche Auseinandersetzung zu Themen aus "Arbeit, Recht und Soziales"  in unserer Fachbuchhandlung weiter stärken", so DI Gerald Wödl, Leiter des Geschäftsbereichs "Buch" im ÖGB-Verlag".

Die inhaltliche Leitung der Diskussions-Veranstaltung übernahm Dkfm. Alfred Reiter, ehemaliger Kabinettschef Bruno Kreiskys und anschließend für viele Jahre in der österreichischen Kreditwirtschaft in Spitzenfunktionen tätig. Nachdem Kreisky die Sozialdemokraten das erste Mal in Regierungsverantwortung geführt hatte, die schließlich fünf Mal bei Wahlen die Mehrheit im Lande erreichten und damit die "Ära Kreisky" prägten, sei "die politische Situation nach Kreisky unumkehrbar anders geworden, der politische Erfolg hat unzweifelhaft zu nachhaltigen Veränderungen in Österreich geführt", konstatierte Alfred Reiter in seinem Impulsreferat. Nicht zuletzt dank Kreiskys Offenheit, seiner Fähigkeit zum Zuhören und seines grundsätzlich kommunikativ ausgerichteten politischen Stils sei es gelungen, Österreich zu einem freieren, in gewissem Sinne demokratischeren Land zu machen, in dem Vieles reformiert und liberalisiert wurde und Themen, die bis dahin Tabu gewesen waren, angesprochen wurden.

Eine der unbestrittensten und in die Zukunft wirkenden Folgen der Ära Kreisky ist die Öffnung Österreichs gegenüber Europa und der Welt, die die bis dahin vorherrschende rein innerösterreichische Nabelschau ablöste. Persönlich zeigte das Beispiel Bruno Kreisky darüber hinaus, wie  es einer Einzelperson, obgleich selbst in der eigenen Partei Außenseiter, möglich ist, auf politischer Ebene in eine absolute Führungsposition zu kommen.

Als ehemaliger Nationalsratsabgeordneter und Klubobmann der SPÖ, der sich nie in Schablonen pressen ließ und stets den Mut hatte, auch unbequeme Wahrheiten anzusprechen, betonte Prof. Sepp Wille die besondere Qualität Bruno Kreiskys, stets ein offenes Ohr für unliebsame Fragen gehabt zu haben und kritsche Stimmen zuzulassen und zu berücksichtigen. Eine persönliche Qualität, die viele große Änderungen erst möglich mache und zu allen Zeiten bedeutsam sei, wann immer Menschen gemeinsam etwas bewegen und bewirken wollen.

Die Bewertung der langfristigen Folgewirkungen auf Österreich und speziell die Situation der ArbeitnehmerInnen wurde von den DiskutantInnen je nach Standpunkt naturgemäß unterschiedlich gesehen. Gerade für ArbeitnehmerInnen wurden in der Ära Kreisky soziale Verbesserungen und wesentliche Änderungen in der Arbeitswelt, dem Bildungssystem und vielfältigen Unterstützungsleistungen erreicht, deren direkte und indirekte Auswirkungen auf die heutige Situation sicher positiv zu bewerten sind. Einerseits sehen wir uns heute einer wirtschaftlichen Situation gegenüber, in der der Sektor der ehemals so bedeutsamen verstaatlichten Industrie seinen Stellenwert dramatisch einbüßte, andererseits sind sämtliche globale Rahmenbedingungen völlig andere geworden. Dem Damoklesschwert der permanent existierenden Drohung an ArbeitnehmerInnen eines möglichen globalen "Exports von Arbeitsplätzen"   steht der offenbare Vorteil bedeutender Preisreduktionen für eine große Zahl von Gütern gegenüber.

Einigkeit herrschte in der Ansicht, dass auf der Suche nach gesamtgesellschaftlichen sozial-verantwortlichen Lösungen die Bedeutung nicht auf der Betrachtung einzelner Detailzahlen, sondern in überlegten Gesamtkonzepten liegen müsse. Und dass zur Lösung der Fragen von heute der Weg nur über das Lernen aus der Geschichte erfolgen könne, wobei das Erlernte ständig auf die neuen Rahmenbedingungen hin zu überprüfen sei, um auch für die Zukunft den Menschen "gerechte Antworten" auf zentrale Lebensfragen anzubieten.

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